ImperfectionChallenge

Meine persönliche #ImperfectionChallenge“

Die Frage: „Wie machst/ schaffst du das alles“ wird mir mehrmals wöchentlich gestellt. In letzter Zeit immer öfters besorgt mit dem Zusatz: „Schaust eh auf dich“… aber das ist eine andere Geschichte…

Gerade wenn die Frage von Frauen kommt, schwingt im Gespräch ein schlechtes Gefühl mit. Ein „ich würde das nicht schaffen, ich bin nicht stark, motiviert…. genug“. Das finde ich sehr schade. Weil erstens muss sich ja niemand für so ein öffentliches Leben entscheiden, wie es mir passiert ist und zweitens ist ja gerade nach außen hin immer nur ein Bruchteil meines Lebens sichtbar. Die Erfolge, die schönen Momente, was mich so berührt und begeistert, dass ich es gerne teilen möchte. Durch diese Aneinanderreihung von schönen Bildern und lachenden Gesichtern entsteht das Bild einer Scheinwelt.

Im Zuge meiner Ausbildung zur Enkeltauglich-Leben-Spieleleiterin ist mir beim letzten Workshop zum Thema Transparenz spontan eingefallen, ich könnte als meine Aufgabe wählen, auch die Schatten- und Grau-Bereiche meines Lebens sichtbar zu machen. Niemand schafft alles und niemand soll sich schlecht fühlen, weil jemand das Image erzeugt, alles zu schaffen.

Ich habe letztens einen Artikel gelesen, dass du dich als Frau entscheiden mußt. Zwischen beruflichem Erfolg, Kindern oder Partner. Du kannst nur in einem Bereich wirklich performen, die anderen müssen sich unterordnen. Ganz so sehe ich das nicht, aber ein Körnchen Wahrheit ist wahrscheinlich schon darin. Es ist ein ständiger Balanceakt, ausreichend Zeit mit meinen Kindern und meinem Partner zu verbringen. Ungestörte Qualitätszeit. Ich gebe mein Bestes. Das was wirklich leidet ist der Haushalt und meine Zeit nur für mich. Dafür bleibt einfach nichts über, wenn ich auch ein wenig Schlaf bekommen will. Und der leidet gerade auch sehr.

Ein Rebound-Effekt der schönen Scheinwelt ist auch die Erwartungshaltung von Menschen an mich, dass ich alles schaffe. Und die große Enttäuschung bis hin zu Ärger und Wut, wenn dem nicht so ist. Also hier die erste Enthüllung der „ImperfectionChallenge“: ich bin wahnsinnig vergesslich. Ich vergesse Mails zu beantworten, Einträge zu machen, ich vertippe mich, ich rufe nicht zurück und eigentlich mag ich gar nicht telefonieren. Und ich mein das gar nicht böse. Es ist wahrscheinlich ein Überlebensreflex meines Gehirns, bevor mir die Sicherungen durchbrennen.

Ein Nebeneffekt der ImpferfectionChallenge ist also vielleicht auch, dass mir meine Mitmenschen mit mehr Geduld und Wohlwollen begegnen. Weil jetzt gerade ganz einfach nicht mehr geht.

Was ich nach  5 Workshops „Enkeltauglich Leben“ bemerke: dieses Spiel ist hochgradig wirksam, die eigene Lebensweise zu überdenken und etwas zu verändern. Im Bereich ökologische Nachhaltigkeit, Menschenwürde, Solidarität & Gerechtigkeit und eben Transparenz und Mitbestimmung. Dabei macht es Spaß und ist kurzweilig. Wer sich auch dafür interessiert, kann am 6. November zum Infoabend in den FreuRaum kommen, an der Gruppe teilnehmen die ab Jänner starten wird oder ab Februar nächsten Jahres mein Buch „So geht’s mit dem Weltretten“ dazu kaufen. Das hoffentlich im Mankau-Verlag erscheint, wenn ich die Zeit finde, es fertig zu schreiben.  Also bitte mich die nächsten 4 Wochen nicht ansprechen und schon gar nicht anrufen 😉 Dankeeeee.

Bild: Birgit Machtinger/ Grüne Wirtschaft

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